Kaerntnerin Erfuellt in New York Weltweite Bibliophile Wuensche

Bibliophile Wuensche fuer Kunden aus aller Welt erfuellt die seit 20 Jahren in New York lebende Oesterreicherin Karin Bratone mit ihrem Internetbuchservice Pellbooks@. Via e-mail, Tel. und Fax nimmt sie Suchauftraege nach vergriffenen Buechern entgegen. Bei ihrer Suche im Cyberspace wird sie meist rasch fuendig.

Durch das Internet habe ich Zugriff auf Datenkateien von Kollegen aus aller Welt und kann den gewuenschten Titel unter ca 15 Millionen gelisteten Buechern finden. In prae-Internet Zeiten dauerte diese Suche nittels Katalogen, Auktionslisten und Telefonaten oft Wochen und sogar Monate. E-Mail ist phantastisch@, lobt die gewifte Antiquarin die Vorzuege des on-line Buchhandels.

Und was wuenschen sich die Leute so? Letzte Woche bekam ich von einem japanischen Doktor in Katmandu eine Suchliste fuer 5 Arthur Koestler Buecher auf Deutsch. Man stelle sich das vor: ein japanischer Doktor der in Nepal Armenspitaeler betreut sitzt vor seinem Computer in Katmandu (mit Blick auf Himalaya) und ich lese wenige Minuten spaeter seine Nachricht auf meinem Bildschirm in New York.@, wundert sich Karin Bratone auch heute noch oft ueber die Aufhebung aller Zeit- und geographischen Schranken im Intenet Handel. 7 Tage speater hatte Dr. Ashimba bereits seine Buecher in Nepal und bedankte sich ueberschwenglich via-email.. Bezahlung funktioniert problemlos mit Kreditkarte , unerlaesslich fuer den internationalen Buchhandel da exorbitante Bankspesen oft die Kosten der georderten Buecher uebersteigen.

Spezialisiert hat sich die gelernte Dolmetscherin und ehemalige Journalistin auf Amerikanische Erstausgaben sowie oesterreichische und deutsche Literatur aus dem 20.Jahrhundert und deutsche Exilliteratur.

Ich kaufe pro Woche ca 300 Buecher, natuerlich nicht alles Erstausgaben aber fast alle Buecher vergriffen und nicht mehr im normalen Buchhandlung erhaeltlich. In New York und Umgebung hatten sich viele Emigranten aus Oesterreich und Deutschland angesiedelt die ihre Buecher aus Europa mitbrachten. Mit dem Sterben dieser Generation kommen ihre Buecher jetzt wieder in den Handel. Jede Verlassenschaft oder Buchauktion ist wie eine Schatzuche@, freut sie sich auch heute noch ueber das Adrenalinhoch beim Buecherkaufen.

Ihr eigenes gelistetes Inventar belauft sich auf ca. 5000 Buecher die sie in einem Lagerhausuntergebracht hat .Ob noch Platz fuer Wachstum vorgesehen ist? In meinem Lagerhaus kann ich noch leicht weitere 10.000 Buecher unterbringen und wenn das zu klein wird miete ich mir einfach ein riesiges Warehouse in Mount Vernon, ausserhalb von New York. Dort sind die Mieten niedrig da es keine begehrte Geschaeftsgegend ist@, umreisst die Pellbooks Besitzerin ihre Expansionsplaene. Auch Amazon.Com hatte ja schliesslich in einer Garage in Seattle begonnen..

Bestellungen laufen aus via e-mail aus aller Welt ein. Die Kauefer ihre Buecher findet sie oft in Gegenden wo die naechste Fahrt zu einem antiquarischen Buchgeschaeft unter Umstaneden mehr als 3 Stunden dauern. Oder noch mehr. Einen Sammler im noerdlichen Alaska versorgt sie mit Peter Altenberg, Otto Stoessl und Karl Kraus. Ein Literaturprofessor in Ohio kauft jede deutsche Ausgabe des amerikanischen Literaturforschers H.L.Mencken. Er hat bereits ueber 5000 Titel in allen Sprachen in seiner Sammlung und beim letzten Telephongesprech erwaehnte er dass seine

Frau mit Scheidung droht ob all der Buecherkisten die sich im Haus tuermen.

Ein grosser Markt existiert auch fuer alte Kinderbucher da viele Internetsurfer der Babyboom Generation die Lieblingsausgaben aus ihrer Kindeheit fuer ihre eigenen Sproesslinge suchen.

Ein heisser Kampf um die Weltherrschaft am antiquarischen Buechermarkt wird zur Zeit von den zwei Amerikanischen Buchgiganten Amazon.com und Barnes & Noble ausgetragen. Millionendollarbudgets werden in die Werbungsscchlacht geworfen und das vorweihnachtliche Boomgeschaeft laesst auch in diesem Jahr auf Riesengewinne hoffen. Die wirklichen Gewinner in diesem Megakampf sind jedoch kleinen unabhangigen Buchhanedler wie Pellbooks die mit individuellen Kundenservice, rascher Lieferung und durch Ausschaltung von kostspieligen Mittelmaennern auch mit besseren Preisen den grossen Buchketten Ketten um Nasenlaengen voraus sind.

Sie sieht Pellbooks als ideale Anlaufstelle fuer Kunden aus Europa. Bei mir koennen Kunden auf Englisch, Deutsch, Franzoesisch, Italienisch und Spanisch bestellen und mein Mann und ich erledige Korrepsondenz und Telefonate in all diesen Sprachen@, hebt die Oesterreicherin die Vorteile von Pellbooks hervor. Die Navigation im Internet ist oft sehr verwirrend. Viele Kunden aus Europa zoegern bei unbekannten Hanedlern in Amerika Buecher zu bestellen. Durch unsere on-line Erfahrung und persoenlichen Kontakte im Amerikanischen Raum koennen wir die Qualitaet der angebotenen Buecher besser ueberpruefen und garantieren, dass der Kunde auch das bekommt was er bestellt und wofuer er (immerhin im vorhinein) bezahlt hat, argumentiert die Antiquarin ueberzeugend.

Allein in America gibt es ueber 6500 antiquarische Buchhaendler von den bereits die Haelfte on-line verkaufen . Pro Jahr finden auf diese Art und weise geschaetzt 12 Millionen vergriffenene Buecher neue Besitzter und Industriespezialisistin Susan Siegel vermutet dass fuer die Haendler mit on-line Inventar bereits 40-75% des Geschaeftsvoluemns ueber das Internet lauft.

Vor drei Jahren starteten Keith Waters und Rick Pura die erste Buchsuchmaschine ABE (Advanced Book Exchange) mit 5000 gelisteten Buechern aus dem Inventar von fuenf Kanadische Buchhanedlern. Heute beschaeftigt ABE 35 Angestellte hat ueber 4500 Buchhanedler aus aller Welt als Subskribenten und bietet mit einem Mausclick Zugriff auf ein Inventar von 12 Millionen out-of-print, oder vergriffenen ,Buechern.

Fuer Karin Bratone von Pellbooks ein ueberzeugendes Argument fuer die Zukunft des on-line Buchhandels. Vor Weihnachten propagierte sie ihr Out-of-print Geschenksservice. Nach Angabe eines Rahmenbudgets (von $25 aufwaerts) und eines spezifischen Interessensgebietes erstellte sie fuer Kunden eine Liste von 5 passenden Titeln. Zum Versand wurden die Buecher weihnachtlich verpackt und mit einem individuellen Geschenkskaertchen versehen und viele gestresste Manager waren froh einen Teil ihrer Weihnachtseinkaeufe auf diese unkomplizierte Art erledigen zu koennen. Ein literarisches Geschenk sieht doch immer gut aus. Signierte Erstausgaben, Photobuecher, Kochbuecher, Gedichtbaende, Jagderlebnisse aus Afrika und Architektur aus den 30-er Jahren fanden ihren Weg zu Kunden in aller Welt.

- Johanna Zugmann/DER STANDARD
  March 20,1999

Die Website fuer Pellbooks finden sie unter www.pellbooks.com

e-mail: Karin@pellbooks.com

Suchauftraege oder Bestellungen via E-mail